Sfakia
ist der größte Verwaltungsbezirk Westkretas, aber
da der größte Teil davon aus Bergen besteht, ist
er dünn besiedelt. Besonders attraktiv wird diese Gegend
durch die noch unverdorbene Natur: ruhige Strände und
kleine Buchten, wilde Schluchten, hohe Berge und ein vielfältiges
Pflanzenleben (vor allem im Frühling). Auch die kleinen
Dörfer und ihre Bewohner tragen sehr zum besonderen Charme
der Sfakia bei: die Sfakioten sind noch entschieden traditionell,
unabhängig und stolz darauf. Sie werden sie als freundlich
und hilfsbereit wahrnehmen, aber auch als reserviert, wie
es Bewohner in Bergregionen oft sind.
Mit
dem Auto unterwegs
Es
gibt nicht gerade viele Straßen in dieser Gegend.
Genauer gesagt können Sie nur in 3 Richtungen fahren:
auf der Hauptstraße Richtung Norden, der Küstenstraße
ostwärts und der Straße, die hoch zur Ebene von
Anopolis führt.
Die
Küste
Die Küstenstraße
Richtung Osten führt durch einige hübsche Dörfer
und an schönen Stränden vorbei - unter ihnen Frangokastello
und Rodakino - und schließlich nach Plakias und Zentralkreta.
Anopolis
Die einzige Straße Richtung
Westen steigt in Haarnadelkurven zum Dorf Anopolis - dem Herzen
der Sfakia - das auf einem Plateau 600 bis 800 m über
dem Meeresspiegel am Fuß der Weißen Berge liegt.
Das Gebiet wurde noch kaum vom Tourismus entdeckt, obwohl
es dort eigentlich viel zu sehen und zu entdecken gibt.
Askifou
Wenn sie auf der Hauptstraße
Richtung Norden fahren, kommen Sie irgendwann zu einer weiteren
Ebene, die inmitten aufragender Berge liegt: der Askifou-Ebene.
Hier beginnt auch der Weg zum Dorf Imbros und die Imbros-Schlucht.
Blick auf
die Ostküste von der Straße aus
Mit
dem Boot unterwegs
Der regelmäßige
Bootsverkehr von Chora Sfakion nach Loutro, Agia Roumeli und
weiter nach Sougia und Paleochora ist ein ausgezeichneter
und praktischer Weg, um die Gegend ohne Auto zu erkunden.
Behalten Sie dabei bitte im Auge, dass es täglich nur
ein Boot (nachmittags) nach Sougia und Paleochora gibt und
Sie deshalb nicht am gleichen Tag nach Chora Sfakion zurückkehren
könnten. Um Tagesausflüge zu machen, gibt es mehrere
Boote nach Loutro und Agia Roumeli.
Loutro
Das malerische Dorf Loutro liegt nur
eine halbe Bootsstunde von Chora Sfakion entfernt. Es liegt
eingebettet in einen schöne kleine Bucht mit kristallklarem
Wasser. Auf der nahegelegenen Halbinsel können Sie ein
verfallenes Kastell und Ruinen besichtigen, die bis in die
römische Besatzungszeit zurückgehen.
Agia
Roumeli
Berühmt (berüchtigt) als der
Ort, an dem man nach der Wanderung durch die Samariá-Schlucht
ankommt, hat Agia Roumeli zu Unrecht den Ruf, nureine Durchgangsstation für Wanderer zu sein, die gerade
die Schlucht "gemacht" haben. Es ist wahr, dass
der Ort mittags ziemlich überlaufen ist, aber sobald
man etwas außerhalb des Dorfes ist, wird es sehr ruhig,
die Landschaft ist wunderschön und der Strand östlich
des Dorfes fast leer. Wenn man kurz in den Samaria-Bach springt,
kann man sich sogar das Salz vom Körper spülen.
Er mündet ins Meer, führt aber im Sommer kaum noch
Wasser.
Wer
noch ein bisschen wandern will, kann auch hoch nach Alt-Roumeli
und zum Eingang des Samaria-Nationalparks laufen. Von da bringt
Sie eine weitere halbstündige Wanderung zur "Eisernen
Pforte", der berühmten Engstelle der Samaria-Schlucht.
Sie können auch noch weiterwandern - die Ausblicke werden
immer grandioser - bis Ihnen danach ist, wieder umzukehren.
Ganz
Sfakia ist ein Wanderparadies, und für jeden Geschmack
und Schwierigkeitsgrad ist etwas dabei; von einfachen Küstenwanderungen
bis hin zu sehr anspruchsvollen Touren in den Bergen oder
wenig bekannten wilden Schluchten.
Gute Informationen (sowie Beschreibungen von Touren) über
Wanderungen auf Kreta und in der Gegend von Sfakia erhalten
Sie unter west-crete.com
und sfakia-crete.com
Wir empfehlen auch die Bücher "Westkreta" von
Jonnie Godfrey
und Elizabeth Karslake (Sunflower Books), in dem 31 Wanderungen
sehr gut beschrieben werden, sowie "KRETA West"
von G. Hirner und J. Murböck, Rother Wanderführer
aus dem Bergverlag Rother (klein und handlich).
Eine
paar der besser bekannten Wanderungen in der Gegend von Sfakia
Die
Samaria-Schlucht ist bei weitem die berühmteste und
auch überlaufenste aller kretischen Schluchten. Es werden
viele organisierte Touren angeboten, aber es ist auch einfach,
die Wanderung auf eigene Faust zu machen (wenn auch ein bisschen
lang).
Die
Imbros Schlucht
(endet nahe Chora Sfakion) kann im Frühjahr ziemlich
überlaufen sein, weil sie als Alternative zur Samaria-Schlucht
angeboten wird, bevor diese (in den letzten Apriltagen oder
- eher - in den ersten Maitagen) geöffnet wird. Dem Weg
kann man leicht folgen.
Die
Aradena-Schlucht (nicht weit von Loutro) ist weit weniger
besucht und die Wanderung, obwohl sehr schön, ist schwieriger,
mit einigen steilen Passagen.
Die
Ilingas-Schlucht (nahe Chora Sfakion) ist erstaunlicherweise
völlig unbekannt, obwohl sie nicht besonders schwierig
zu erwandern ist. Von ihrem nördlichen Ende kann man
zu interessanten verlassenen Dörfern hoch über Anopolis
gelangen.
Pachnes
(2453 m) liegt im Herzen der Weißen
Berge und kann aus verschiedenen Richtungen erreicht werden.
Ein Ort der Stille in einer Mondlandschaft, mit großartigen
Blicken auf ganz Westkreta vom Gipfel aus.
Agia
Roumeli nach Agios Ioannis Auf
dieser Wanderung folgt man anfangs der Küste, vorbei
am verlassenen Strand von Agios Pavlos, und steigt dann durch
einen Pinienwald hoch auf einem sehr alten Weg bis zum Dorf
Agios Ioannis. Herrliche Blicke und, wenn Sie Glück haben,
können Sie Bartgeier sehen.
Agia
Roumeli nach Loutro beginnt auf dem
gleichen Weg, führt aber über und der Küste
entlang Richtung Loutro anstatt aufwärts.
Loutro
nach Chora Sfakion (oder umgekehrt).
Keine sehr lange Wanderung entlang der Küste. Der Haupt-Anziehungspunkt
ist der herrliche "Süßwasser-Strand",
den dem Süßwasser erscheint, wenn Sie Löcher
am (feinen) Kiesstrand graben.